24 Anleitungen für eine bessere Welt

ein fotografisches Projekt von Michael Schrenk
Was ist für Sie das drängendste Problem unserer Zeit?
Und was kann jeder Einzelne von uns tun, um dieses Problem zu lösen?

24 Wissenschaftler, Philosophen, Politiker und Aktivisten stellten sich diesen Fragen und hielten
ihre Antworten handschriftlich auf der begrenzten Fläche eines DIN A4 Bogens fest.
Zusammen mit Portraits der beteiligten Personen entstand aus dieser Ideensammlung
ein Magazinprojekt, das den Leser dazu einlädt, sich selbst mit den gestellten Fragen zu beschäftigen.

24 instructions for a better World

a photographic project of Michael Schrenk
What in your eyes is the most urgent problem of our times?
And what can each one of us do to tackle this problem?

24 scientists, philosophers, politicians and activists faced up to these questions and recorded
their answers on the limited space of an A4 sheet. Together with the portraits of the participants
this collection of ideas summed up to a magazine project which invites the reader to
get engaged with those questions.

Fabian Brandt – Strategieberater

Ich arbeite für eine große Agenturgruppe und ehrenamtlich für die Deutsche Gesellschaft Club of Rome.
Ich will dazu beitragen, den notwendigen industriellen und sozialen Wandel hin zu einer tragfähigen Gesellschaft zu beschleunigen.
Das drängendste Problem unserer Zeit ist die Unvereinbarkeit von exponentiellem Wachstum mit einer physisch begrenzten Welt – und die Tatsache, dass sich diese Erkenntnis immer noch nicht durchgesetzt hat. Zur Lösung dieses Problems bedarf es einer neuen Eleganz.
Eine Reihe von Dingen muss gegeben sein, damit wir glücklich leben können: Sauberes Wasser, ausreichend Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Bildung und medizinische Versorgung. Was uns darüber hinaus glücklich macht, sind oft Dinge, die wenig mit physischem Konsum zu tun haben: Freundschaft und Liebe, Bewegung und Kreativität, Kultur- und Naturerlebnis, Herausforderungen und persönliche Erfolge.
Wir müssen daher einen ausgeprägten Sinn für eine neue Eleganz entwickeln. Sie hat drei Elemente: Die Eleganz des Weglassens (Suffizienz), die Eleganz des Wesentlichen (Effizienz) und die Eleganz geschlossener Kreisläufe (erneuerbare Energien und Rohstoffe). Diese neue Eleganz zieht sich durch die private Lebensgestaltung über industrielle Produktionsprozesse bis in die bildenden Künste, Fotografie, Design und Werbung. Der Wandel der Gesellschaft geht einher mit einer neuen Ästhetik, die die Vernunft des Handelns mit einer neuen Attraktivität verknüpft – das zumindest wäre ein Beschleuniger.
Neue Eleganz:
Langfristigkeit, Vergeudung wird als hässlich empfunden, „voluntay simplicity“, Haltung, konsequente Innovation, Eine neue Ästhetik, Design, Zero Emission als Ideal, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourcen (closed loop).

Fabian Brandt - Strategy consultant

I’m working for a large group of agencies and volunteer for the Deutsche Gesellschaft Club of Rome.
I want to do my part to accelerate the economic and social change needed towards a sustainable society.
The most pressing problem of our time is the contradiction between exponential growth and our physically limited world, and the fact that this insight still has not been accepted by everyone. To solve this problem requires a new form of elegance.
Being able to live happy lives requires a number of things: clean water, enough food, a roof over one’s head, education, and health care. Other things that also make us happy are often unrelated to physical consumption: friendship and love, movement and creativity, cultural and natural experiences, challenges and personal success.
Therefore we need to develop a distinct sense of a new elegance. This will have three elements: the elegance of omitting (sufficiency), the elegance of the essential (efficiency), and the elegance of closed loops (renewable energy and resources). This new elegance will be part of our private lives, manufacturing processes, and fine art, photography, design, and advertising. The transformation of society will be accompanied by new aesthetics linking the reason of our actions with a new attractiveness – or at least this would accelerate the change.
New elegance:
Long-term thinking, waste being considered ugly, voluntary simplicity, the right attitude, consistent innovation, new aesthetics, design, the ideal of zero emissions, renewable energy, energy efficiency, resources (closed loop).

Hans von Storch – Klimawissenschaftler

Ich beschäftige mich mit der Dynamik und Veränderungen des Klimasystems und dem Denken über das Klima.
Ansprüche, die Welt, das Klima oder die Menschen zu verbessern habe ich keine.
Das drängendste Problem unserer Zeit ist für mich die Armut des größten Teils der Menschheit.
Eine Lösung? Vielleicht gibt es keine Lösung; vielleicht ist China ein Vorbild. Wir im Norden können beitragen, indem wir aufhören, dem Rest der Welt Probleme vorzugeben und „Lösungen“ zu propagieren. Wir können beitragen, in dem wir helfen, dass Selbstbewusstsein und -zutrauen in die eigene Kräfte entsteht.
Den intellektuellen Kolonialismus ausrotten.

Hans von Storch - Climate Scientist

I work on the dynamics and changes in our climate system and thinking about the climate. I don’t claim to improve the world, the climate or mankind.
To me, the most urgent problem of our time is the poverty of the majority of people in the world.
A solution? Perhaps there is no solution; maybe China could be a role model. We in the northern part of the world can make a contribution by ceasing to force problems on the rest of the world and propagandize ‘solutions’. We can make a contribution by encouraging the emergence of self-awareness and confidence in one’s own powers.
Eradicate intellectual colonialism.

Joachim Nitsch – Energiewissenschaftler

Ich entwerfe Energiesysteme auf der Basis natürlicher Energiequellen, damit sich zukünftige Generationen klimaverträglich, in ausreichendem Umfang und zu erschwinglichen Kosten mit Energie aus Sonne, Wind, Bioenergie u.a. versorgen können.
Die heutige Nutzung fossiler und nuklearer Energiequellen verändert das Erdklima und schafft Risiken und Missbrauchsmöglichkeiten. Energie steht nur Menschen in industrialisierten Ländern in ausreichendem Maße zur Verfügung. Während hier Energieressourcen in erheblichen Umfang vergeudet werden, leiden Milliarden Menschen in anderen Weltregionen unter dem Mangel an erschwinglicher Energie.
Abhilfe bringt die Umstellung der Energieversorgung auf die Nutzung der Sonne und der daraus abgeleiteten Energieformen wie Wind, Bioenergie, Wasserkraft und anderen. Dieser Umbau sollte weltweit innerhalb dieses Jahrhunderts erfolgen. Effizient nutzen kann man diese Energiequellen sowohl lokal wie regional als auch in größeren überregionalen Strukturen in sehr vervielfältigen Formen.
Damit kann jeder – sei es durch eigene Aktivitäten oder Investitionen oder durch Unterstützung lokaler Akteure, aber auch der entsprechenden nationalen und internationalen Politik – einen Beitrag zur verstärkten Nutzung dieser Energieformen leisten.

Joachim Nitsch – energy scientist

I design energy systems that utilize natural energy sources in order to give future generations unrestricted and affordable access to climate-compatible resources such as solar energy, wind power and biomass energy, amongst others.
The use these days of fossil and nuclear energy sources is changing the climate all over the globe, creating risks and possibilities of abuse. Energy is only available for people in industrialized countries. Where energy is wasted on a large scale here, billions of people in other parts of the world suffer from the lack of affordable energy.
Restructuring energy production to utilize the power of the sun and means of energy production derived from it such as wind power, biomass energy generation and hydroelectricity amongst other power generating technologies could help put things right again. This reform should take place all around the world within this century. All these energy sources can be utilized efficiently on local, regional and supra-regional scales, using all possible technical solutions that are at hand.
Everyone can contribute to this mission, making the use of sustainable energy forms possible, be it with personal commitment or investment, by supporting local players, or by exerting an influence on local and national politics.

Gernot Böhme – Philosoph

Ich habe das Institut für Praxis der Philosophie, e.V., IPPh gegründet, um Philosophie in Praxis umzusetzen: Philosophie als Lebensform und gesellschaftliche Praxis.
Die Menschenwürde ist durch den medizinisch-technischen Fortschritt bedroht. Die Menschheit muss zu einem Konsens in bio-ethischen Fragen kommen, in Bezug auf
• Reproduktionsmedizin
• Transplantationsmedizin
• Gentechnik
• Doping, einschließlich Neuro-enhancement
Regionale Lösungen, z.B. durch nationale Gesetze reichen nicht, weil die entsprechenden Forschungen jeweils in einem anderen Land durchgeführt, bzw. die Gesetze durch Behandlungs-Tourismus unterwandert werden können. Es muss über die Inhalte auf UNO-Basis Vereinbarungen geben.
Die beschlossenen Einschränkungen im Umgang mit menschlichem Leben müssen jedoch von den regionalen Kulturen und Religionen begründet werden und so in die Lebenspraxis des Einzelnen eingebettet sein.

Gernot Böhme – Philosopher

I founded the Institut für Praxis der Philosophie [Institute for the Practice of Philosophy], putting philosophy into practice: philosophy as a form of living and societal practice.
Human dignity is threatened by advances in medicine and technology. Mankind needs to reach consensus in bio-ethical questions related to
• Reproductive medicine
• Transplantation medicine
• Genetic engineering
• Doping, including neuro-enhancement.
Regional solutions, such as national legislation, are not adequate because the relevant research can be carried out alternatively in other countries, and laws can be circumvented by “therapy tourism”. Agreements at the UN level are necessary.
These restrictions, however, need to be founded in regional cultures and religions, and thus embedded in the individuals’ way of life.

Karin Lochte – Meeresforscherin

Ich möchte das Leben im Meer verstehen. Ich möchte den Menschen auch zeigen, welche Chancen im Meer liegen aber auch welche schädlichen Eingriffe in das Ökosystem des Meeres vermieden werden müssen.
Das drängendste Problem ist unsere Abhängigkeit vom stetigen Wachstum und die daraus resultierenden Probleme der Übernutzung der natürlichen Ressourcen.
Unsere Gesellschaft und alle wirtschaftlichen Systeme sind auf Wachstum ausgerichtet, so dass die Spirale von mehr Wachstum und verstärkter Ressourcennutzung immer weiter geht.
Man muss zur Lösung des Problems einerseits Finanz- und Wirtschaftssysteme entwickeln, die auch ohne Zuwachsraten stabil sind. Andererseits ist es auch eine Frage unseres Lebensstils und unserer Ansprüche. Viel zu viel Wert wird auf materielle Sicherheit und Wohlstand gelegt. Mehr zu verdienen und zu kaufen scheint wichtiger als innere Zufriedenheit und gutes Zusammenleben der Menschen. Ich glaube, dass viele von uns wissen, wie sie ihr Leben anders einrichten könnten, um ökologischer leben zu können. Neue Ansätze des Zusammenlebens könnte man prüfen, um sich gegenseitig besser zu unterstützen (Mehrgenerationenhäuser, größere Gemeinschaften anstatt Singles). Gebrauchsgegenstände länger verwenden oder die Wiederverwertung besser organisieren. Es gibt viele solche Möglichkeiten, die jeder von uns tun kann.

Karin Lochte – oceanographer

I want to understand life in the oceans. I also want to show people what opportunities the oceans have to offer and also what damaging intrusions
into its ecosystem we must avoid.
The most urgent problem is our dependence on constant growth and the resulting problems of overexploitation of our natural resources. Our society and all our economic systems are growth-oriented, thus feeding the spiral of maximizing growth and intensifying the exploitation of resources.
To solve this problem, financial and economic systems need to be developed that, on the one hand, are stable even without growth rates. On the other, it is also a question of our lifestyle and our standards. Far too much value is attached to financial security and prosperity. To earn and buy more seems more important than personal satisfaction and good social interactions. I think that many of us know how we could change our lives to live more ecologically. One could look into new approaches to communal living in order to better support one another (multi-generation houses, larger communities instead of singles). Use household commodities for a longer time or organize recycling in a better way. There are plenty of opportunities like that where each of us can contribute.

Georg Teutsch – Umweltwissenschaftler

Ich leite ein großes Umweltforschungszentrum und sehe meine Aufgabe darin, durch exzellente, anwendungsorientierte Forschung mitzuhelfen,
erfolgreiche Problemlösungen zu entwickeln.
Was ist das drängendste Problem unserer Zeit?
Ich meine, die zunehmende Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Langfristig berauben wir uns und unsere Enkelkinder der Lebensgrundlagen durch Zerstörung wichtiger Ökosysteme, Leerfischen der Meere, irreparable Kontaminationen des Bodens und der Gewässer sowie durch Aufheizung der Atmosphäre. Dabei spielen Partikular- und Regionalinteressen eine weit wichtigere Rolle als die globale Vernunft.
Wie kann dieses Problem gelöst werden?
Dieses Problem ist kurzfristig nicht lösbar. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Notwendigkeit der Umverteilung eines Teils des Wohlstands von der ersten Welt in die Schwellen- und Entwicklungsländer. Anspruchsvolle Umweltstandards in den reichen Ländern reichen nicht aus. Wir müssen vor allem die Bildung fördern und damit die Bevölkerung in den ärmeren Ländern politisch mündig und im Umweltverhalten anspruchsvoll werden lassen. Dieses wird allerdings auch teilweise Verzicht auf manche Gewohnheit bei uns zur Folge haben.

Georg Teutsch - environment scientist

I lead a large environmental research center and I see my task as helping develop successful solutions to problems with excellent application-oriented research.
What is the most pressing problem of our time?
I think the increasing exploitation of our planet’s natural resources. In the long run we are robbing ourselves and our grandchildren of their livelihood by destroying important eco-systems, by trawling the oceans empty, by contaminating soil and water irreparably as well as by heating up the atmosphere. In doing so, individual and regional interests play a much more important role than global rationality.
How can this problem be solved?
This problem cannot be solved in the short term. One important aspect is the necessity to redistribute part of the prosperity of the first world to emerging and developing countries. Ambitious ecological standards in rich countries are not enough. First of all we have to encourage education to make people in the poorer countries politically responsible and demanding in their ecological behaviour. However, this will also have as a consequence giving up some of our habits here.

Carsten Rübsaamen – Brückenbauer

Ich sammle Bücher und bringe sie dorthin, wo es keine gibt. Mit Zugang zu Bildung ermögliche ich Menschen eine nachhaltige und
selbstbestimmte Basis der Hilfe zur Selbsthilfe.
Miteinander (fair) teilen - geben statt nehmen
Treffen wir nicht oft Entscheidungen ohne Sinn fürs Miteinander und Gedanken an den „Nächsten“?
Aus Mangel an Gemeinschaft ergeben sich viele Ungleichgewichte und Konflikte – ob im Kleinen, in der Familie oder unter Freunden, oder im Großen, bei Unternehmen, in Umwelt, Bildung und Politik. Was kannst Du tun? Wenn Du bei deiner nächsten Entscheidung an Deinen „Nächsten“ denkst, kommt unsere Welt ein Stück weit wieder ins Gleichgewicht. Fange an Brücken zu bauen, in dem Du ...
• etwas zurückgibst von dem, was Du selbst empfangen hast.
• dich bemühst, Dich in die Situation anderer hineinzuversetzen.
• bewusst Deine Umgebung wahrnimmst und Dich als Teil eines großen Ganzen verstehst.
• aufmerksam zuhörst und beobachtest.
• Dir aktiv Zeit für Dich selbst und für andere nimmst.
• zum Brückenbauer wirst.
Welche Brücke baust Du?

Carsten Rübsaamen - bridge builder

I collect books and bring them to places where there are none. People need access to education, and I enable them to build a sustainable and self-determined basis to help them help themselves.
Share (fairly) with each other - give rather than take
Don’t we often make decisions without any sense of cooperation, any thoughts about others?
Imbalance and conflict are results of a lack of community thinking – either on a small scale, with family or friends, or on a larger scale, with corporations, the environment, education and politics. What can you do? If you think of your “neighbours” when you make your next decision, our world will get closer to regaining its balance.
Start building bridges by ...
• giving back what you have received.
• trying to put yourself in others’ positions.
• being conscious about your environment, and seeing yourself as part of the larger world.
• listening and watching carefully.
• actively taking time for yourself and others.
• becoming a bridge-builder.
What kind of bridge are you building now?

Gregor Wöltje – Unternehmer

Ich engagiere mich als Unternehmer und als Unternehmensberater dort, wo ich dazu beitragen kann, dass ein nachhaltiger Lebensstil
für viele Menschen attraktiv werden kann.
Wir wissen heute alles, was wir wissen müssen, um die Welt nachhaltiger zu gestalten. Wir haben das Geld, die Ideen und die technischen Möglichkeiten, um sofort unsere Ressourcen zu schützen, Schadstoffemissionen zu verringern und Arbeitsbedingungen in aller Welt zu verbessern.
Trotzdem handeln nach wie vor zu wenige Menschen, Institutionen und Unternehmen wirklich nachhaltig.
Die Lösung: Nachhaltiges Leben muss unwiderstehlich werden! Das heißt für Unternehmer, Manager, Händler, Politiker und Organisationen: Macht es den Menschen einfach und attraktiv, sich nachhaltig zu verhalten.
Das heißt für uns alle: Lasst uns in allen Lebenslagen nach der besseren, schöneren, einfachen nachhaltigen Alternative suchen. Es gibt sie in fast allen Bereichen heute schon! Man muss nur die Augen aufmachen und wollen!

Gregor Wöltje – entrepreneur

Being an entrepreneur and corporate consultant gives me the opportunity to make sustainable life styles attractive to many people.
We know everything we need to know in order to make the world more sustainable. We possess the financial means, the ideas and the technical possibilities which enable us to protect our resources immediately while reducing pollution emissions and improving working conditions around the globe.
Nonetheless, only a small number of people, institutions and companies act in a truly sustainable way.
Here comes the solution: make sustainability irresistible! All you entrepreneurs, managers, retailers, politicians and organisations out there: it’s up to you to render sustainable living simple and attractive.
As a consequence we all need to look out for better, smarter and quite simply sustainable options. They’re already out there in almost all areas of our daily life. All you need to do is keep your eyes open and want to see them.

Martin Kleene – Unternehmensberater

Ich berate Unternehmen, wie sie mit Nachhaltigkeit glaubwürdig erfolgreich sein können.
Damit wir heute nicht auf Kosten von morgen und hier nicht auf Kosten von anderswo leben.
Wenn wir unseren Planeten für die nächsten Generationen lebenswert erhalten wollen, müssen wir unseren Lebensstil ändern. Als Verbraucher sind wir ein entscheidender Teil des Problems: wir kaufen zu viel, zu schmutzig, zu billig, zu unbewusst.
Werden Sie ein Teil der Lösung! Jede Kaufentscheidung ist eine Wahl und Ihr Portemonnaie ist Ihr Wahlzettel. Nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume! „Wir sind der Markt“ und wir entscheiden, wohin Unternehmen sich bewegen sollen. Unterstützen Sie deshalb Unternehmen, die Ressourcen schützen, Emissionen verringern und soziale Bedingungen verbessern.
Und werden Sie Utopist! Mehr dazu auf www.utopia.de

Martin Kleene - management consultant

I consult to companies about how they can be credibly successful with sustainability.
In order not to live today at tomorrow’s expense and not to live here at the expense of other places.
If we want to keep our planet liveable for the next generation we have to change our lifestyle. As consumers we are a critical part of the problem: we are buying too much, too dirtily, too cheaply, too unconsciously.
Become a part of the solution! Every buying decision is a selection and your purse is your ballot. Utilize your freedom of action! “We are the market” and we decide what directions corporations should move in. Therefore support companies which protect resources, reduce emissions and improve social conditions.
Become a utopian! More on www.utopia.de

Karl Ludwig Schweisfurth – Metzgermeister und Unternehmer

Ich suche nach Methoden der Landnutzung, der Tierhaltung und der Lebens-Mittelverarbeitung, die ökologisch, nachhaltig und zukunftsfähig sind.
Ich möchte den bäuerlichen Tieren die Würde zurückgeben und Leben in Lebens-Mittel umwandeln mit höchster Geschmacks- und Gesundheitsqualität.
Immer mehr Menschen auf der Erde möchten immer mehr Fleisch essen. Die Anzahl der Tiere, die wir unsichtbar hinter uns herziehen, wird immer größer. Gemeinsam fressen wir die Erde kahl. In einer Generation werden wir uns die Köpfe einschlagen um das letzte Stück Land, um unser tägliches Brot.
Fleisch ist viel zu kostbar, als großes Stück täglich in der Mitte des Tellers zu liegen. Lieber halb so viel aber dafür doppelt so gut, in einem ethisch gebotenen, achtsamen Umgang mit den Tieren, die wir für unser Leben nutzen.

Karl Ludwig Schweisfurth - butcher and entrepreneur

I am searching for methods of land use, animal husbandry and food processing which are ecological, effective and sustainable.
I want to give dignity back to farm animals and transform life into eatables of the highest taste and health quality.
More and more people want to eat more and more meat. The number of animals which we are invisibly dragging behind us is snowballing. Together we are stripping the planet. In one generation we will be beating each other to death for the last piece of land, for our daily bread.
Meat is way too precious to constitute a huge chunk in the middle of our plate every day. Rather half as much but twice as good, applying an ethically imperative, careful handling of the animals that we use for our life.

Rüdiger Glaser – Geograph

Als Universitätsprofessor beschäftige ich mich mit Fragen des globalen Wandels und vermittle bzw. vertrete Inhalte, Prozesse und Handlungsoptionen zu diesem Themenkreis in Forschung und Lehre.
Das Problem: Die Bewältigung der mit den negativen Folgen von globalem Wandel und Globalisierung einhergehenden Probleme, insbesondere Klimawandel, Biodiversität, Landnutzungswandel, Transformation und Domestizierung von Kraft- und Energieflüssen, Bevölkerungsentwicklung, Armut, Gesundheit, Bildung von Megacities, Finanzkrise, Verteilung von Macht und Partizipation.
Beste Lösung: Schaffung von Wissen und Erkenntnissen, Kommunikation und politische Umsetzung, insbesondere die Schaffung von globalen Governance Strukturen, die durchsetzungsfähig sind und sowohl ethisch-moralische, als auch ökologische und ökonomische verbindliche Richtlinien aufstellen. Des weiteren die Kopplung von bottom-up Aktivitäten insbesondere des „Handelns von einzelnen Akteuren“ mit den genannten top-down Strukturen über Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen auf der Basis partizipativer Verfahren.

Rüdiger Glaser – geographer

As a university professor, I am working on questions of global change and communicating and representing contents, processes and courses of action concerning this area of application in research and doctrine.
The problem: coming to terms with the negative consequences of global change and problems accompanying globalization, in particular climate change, bio-diversity, change of land use, transformation and domestication of power and energy flows, demographic developments, poverty, health, formation of mega-cities, financial crises, and the distribution of power and participation.
The best solution: creating knowledge and insights, communication and political implementation, particularly establishing global governance structures that are enforceable and setting up mandatory ethical, moral, ecological and economic guidelines. Furthermore, the interconnection of bottom-up activities, particularly of the ‘actions of single players’ with the top-down structures mentioned by means of communication and decision structures based on participative methods.

Georg Winter – Umweltbewusster Unternehmer

Ich setze mich seit 1972 für die Entwicklung, die Einführung und die weltweite Verbreitung umweltorientierter Managementsysteme ein.
Ohne eine umweltbewusst handelnde Gesellschaft und Wirtschaft kann die Menschheit nicht langfristig überleben. Die Menschen aller Länder sollten im Rahmen ihrer jeweiligen Einflussmöglichkeiten unter anderem folgende Schritte voran treiben:
1. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen sollte ihre Menschenrechtserklärung von 1948 um eine „Erklärung der Rechte der Natur“ ergänzen.
2. Unsere Demokratie sollte zu einer Biokratie fortentwickelt werden, die die parlamentarische Vertretung der belebten Natur und
zukünftiger Generationen wirksam organisiert.
3. Das bewährte integrierte System umweltorientierter Unternehmensführung sollte auf die Staatsführung übertragen werden und alle Ressorts und
Ebenen auch an Nachhaltigkeitserfordernissen ausrichten.
4. Die „Wiedervereinigung“ der menschlichen Zivilisation mit der Natur sollte der Förderung von Produkten, Verfahren und Systemen vorangetrieben werden, die sich am Vorbild der Natur orientieren (Ökotechnologie einschließlich Bionik).
5. Die großen Weltreligionen sollten für gemeinsame Anstrengungen zur Bewahrung der Schöpfung in ihrer Vielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen gewonnen werden – besonders auch Christentum, Judentum und Islam unter Berufung auf gemeinsame Glaubensquellen (z.B. Schöpfungsgeschichte).

Georg Winter – Environmentally aware entrepreneur

Since 1972, I’ve been committing myself to the development, introduction and worldwide spread of ecologically oriented management systems.
Mankind cannot survive in the long term without society and the economy acting in an ecologically aware way. People of all countries should, within the scope of their influence, drive forward the following steps:
1. The General Assembly of the United Nations should supplement their Universal Declaration of Human Rights from 1948 by adding a ‘Declaration of the Rights of Nature’.
2. Our democracy should be developed into a biocracy that effectively organizes the parliamentary representation of living nature and of future generations.
3. The tried and tested integrated system of ecologically oriented company management should be carried over to the government, and all portfolios and levels should also be aligned to sustainability requirements.
4. The ‘reunion’ of human civilization with nature should be driven forward by cultivating products, processes and systems oriented towards nature’s model (ecological technology including bionics).
5. The major world religions should be won over for collective efforts to protect the integrity of creation in its diversity and to preserve the natural basis of life – especially Christianity, Judaism and Islam, by referring to shared sources of faith (such as the history of creation).

Rita Süssmuth – Bundestagspräsidentin a.D.

Meine Arbeit beinhaltet Forschung und Politik, insbesondere die Zielgruppe Frauen und Migranten.
Es geht um die Benachteiligten, ihre Integration in alle Lebensbereiche, und es geht um die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft.
Kulturelle Antagonismen sind eine der größten Gefahren für ein friedliches Miteinander in der Welt.
Viele innerstaatliche und zwischenstaatliche Konflikte beruhen auf gegenseitigem Nichtkennen, Unverständnis und Misstrauen gegenüber der jeweils anderen Kultur. Die weltweite Migration und die Globalisierung haben den autonomen Nationalstaat zu einer Illusion gemacht. Das geschieht und geschah in mitunter atemberaubendem Tempo und geht einher mit Gewinnern und Verlierern. Letztere suchen oft Rückhalt im Eigenen, insbesondere in der Religion, die sie umso leidenschaftlicher verteidigen, je stärker sie vergeblich auf Perspektiven im Aufnahmeland hoffen.
Fronten entstehen und verhärten sich. Jeder Versuch aber, das je Eigene notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen oder wieder herzustellen, endet nicht selten in persönlich tragischen Katastrophen.
Es zeigt sich, dass kulturelle Konflikte dort am wenigsten ausgeprägt sind, wo das Fremde nicht mehr trennt, Zugehörigkeit entstehen kann und Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt gewährt wird. Dort, wo die Mehrheitsgesellschaft mit Ablehnung und Ausgrenzung reagiert, steigen die Konflikte. Der beste Ansatz, dieses drängende Problem zu lösen, besteht darin, Fremdheit über gemeinsame Projekte abzubauen sowie Mitspracherecht und Teilhabe zu erhöhen. Kulturelle Antagonismen sind keinesfalls zwingend. Das Verbindende in unterschiedlichen Kulturen ist stärker als das Trennende.

Rita Süssmuth - former president of the German Federal Parliament

My work includes research and politics particularly geared towards women and migrants.
It is about the disadvantaged, their integration into all areas of life and about the socially disadvantaged in our society.
Cultural antagonisms are one of the greatest threats to peaceful cooperation in the world.
Lots of conflicts within and between states are based on a mutual lack of knowledge, lack of understanding and distrust towards the other culture. Worldwide migration and globalization have made an illusion of an autonomous national state. This is happening and has happened at a speed that is sometimes breathtaking and is accompanied by with winners and losers. The latter are often looking for support in what is their own, especially in religion which they defend all the more passionately the more they are hoping in vain for perspectives in their country of arrival.
Fronts are arising and getting set in concrete. But any attempt to defend or rebuild what is one’s own by force if need be may well end in tragic personal catastrophes.
It appears that cultural conflicts are least pronounced where the unknown, the foreign is not separated, where social affiliation can arise and where access to education and the job market is granted. Conflicts increase when the majority of the population reacts with social hostility and marginalization. The best approach to solve this urgent problem is by cutting back foreignness with the help of joint projects and by enhancing people’s say and participation. Cultural antagonisms are not at all mandatory. What connects different cultures is stronger than what divides them.

Matti Spiecker – Social Entrepreneur

Ich habe die Stiftung Welt:Klasse gegründet, die Schulen, Unternehmen und Partner in Schwellen- und Entwicklungsländern miteinander verknüpft.
Damit will ich zu einem globalen, kulturübergreifenden Miteinander beitragen.
Unsere Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die vornehmlich wirtschaftliche Globalisierung radikal verändert. Neben vielen Chancen stehen wir neuen, globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenschutz gegenüber. Die Suche nach gemeinsamen Lösungen gestaltet sich schwierig, weil die Kommunikation zwischen fremden Kulturen bislang stark durch Vorurteile und Missverständnisse geprägt ist. Diese wiederum basieren auf einem geringen Wissensstand übereinander und fehlender persönlicher Begegnung und Wertschätzung.
Um einen Beitrag zur Lösung dieses Problems zu schaffen, habe ich die Stiftung Welt:Klasse gegründet. Sie entsendet Schülerteams für jeweils vier Wochen nach China, Indien, Thailand und Kenia. Die Schüler arbeiten mit lokalen Jugendlichen an sozialen Projekten. Sie multiplizieren ihre interkulturelle Erfahrung, indem Sie per Videokonferenz ihrer Heimatklasse in Deutschland berichten und nach ihrer Rückkehr Präsentationsveranstaltungen gestalten. Hierfür erhalten die Schüler Stipendien von lokalen Unternehmen im Umfeld unserer Partnerschulen. Mit 15 bis 18 Jahren sind die Schüler im besten Alter für diese Lernerfahrung: ausgeprägte Offenheit gegenüber Fremdem, flexible Denkstrukturen und dennoch die notwendige Reife, um die Erfahrungen zu reflektieren und anderen zu vermitteln. Fühlen Sie sich ermutigt als Elternteil, Angestellte/r, Lehrer/in oder Schüler/in das Welt:Klasse-Konzept in Ihre Region zu holen und somit den jungen Menschen in Ihrer Umgebung lebensprägende Impulse für ein interkulturelles Miteinander zu geben.

Matti Spiecker – Social Entrepreneur

I founded the Welt:Klasse trust, which links schools, businesses and partners with each others in emerging and developing countries.
This is my contribution to global cross-cultural cooperation.
Our world has changed radically over the last decades, caused primarily by economic globalisation. Besides many opportunities, we are now facing new global challenges like climate change and conservation of resources. The search for joint solutions has proven difficult, as communication between different cultures has been overshadowed so far by prejudice and misunderstandings. These were often based on a lack of knowledge, lack of personal interaction and lack of mutual appreciation.
I founded Welt:Klasse to contribute to overcoming these problems. The trust gives pupils a chance to work in countries like China, India, Thailand and Kenya for a period of four weeks. The pupils cooperate with local youth in social projects. They act as multipliers, telling their classmates in Germany about their experience in video-conferences and – after their return – organising live presentation events. The pupils are granted scholarships by local businesses cooperating with our partner schools. Aged between 15 and 18 years old, these pupils are at an ideal age for this kind of experience: open towards the unknown, flexible in their thinking, and yet mature enough to reflect upon their experience and tell others about it. I would like to encourage you as a parent, employee, teacher or pupil to introduce the Welt:Klasse concept to your region, giving young people a life-changing opportunity for intercultural cooperation.

Ernst Ulrich von Weizsäcker – Umweltwissenschaftler

Mit Büchern, Studien, Vorträgen versuche ich, für die Verfünffachung der Energie- und Stoffeffizienz zu werben.
Das drängendste Problem ist für mich die Ausräuberung der Erde und die damit einhergehende Destabilisierung des Klimas durch den Menschen. Nobelpreisträger Paul Crutzen nennt unser Zeitalter den „Anthropozän“, wo die Einwirkungen der Menschen Klima, Geographie und Lebensräume von Tieren und Pflanzen radikal verändern.
Als Lösung stelle ich mir eine Mischung aus Effizienz und Suffizienz (Genügsamkeit) vor. In dem Buch „Faktor 5“ versuche ich zusammen mit meinen australischen Koautoren nachzuweisen, dass eine Verfünffachung der Effizienz im Umgang mit Energie und Stoffen technisch möglich und wirtschaftlich organisierbar ist. Das gilt in allen Wirtschaftssektoren. Selbst bei schwierig geltenden Sektoren wie Schwerindustrie, Verkehr, Gebäuden und Landwirtschaft können wir es nachweisen. Wir plädieren für eine sehr langfristig angelegte Steuerreform, bei welcher Energiepreise im Gleichschritt mit gemessenen Effizienzverbesserungen angehoben werden. Das dürfte zur Neuausrichtung des technischen Fortschritts ausreichen. Es beeinflusst zugleich den Konsum und schafft Genügsamkeit - ohne Wohlstandseinbrüche.

Ernst Ulrich von Weizsäcker – Environmental scientist

By means of books, studies and presentations, I am trying to promote a factor of five increase in the efficiency of energy and materials.
From my perspective, the most urgent problem is the overexploitation of the Earth and the resulting destabilization of the climate by mankind. Nobel Prize laureate Paul Crutzen calls our era the “Anthropocene”, where human activity is radically changing the climate, geography, and habitats of animals and plants.
As a solution I envisage a mixture of efficiency and sufficiency (frugality). In the book “Factor 5”, together with my Australian co-authors I attempt to demonstrate that it is technically feasible and can be economically organized to increase the efficiency of energy and material consumption by a factor of five. This holds true for all economic sectors. We can prove this even for sectors deemed difficult, such as heavy industry, transportation, buildings, and agriculture. We advocate a long-term tax reform in which energy prices are raised at the same pace as measured improvements in efficiency. This should suffice to realign technological progress. At the same time, it also influences consumption and creates frugality – without loss of prosperity.

Karlheinz Geißler – Zeit-Zeuge, Universitäts-Professor, Autor, Familienvater und Rotweinliebhaber

Ich schaue der Zeit zu wie sie vergeht und mache mir darüber Gedanken, entwickle Theorien und Erklärungen und schreibe diese dann nieder, damit sie andere lesen, diskutieren und weiter entwickeln können.
Wir leben zu schnell.
Seitdem die Menschen die Bindung der Zeit an die Bewegung von Himmelskörpern und Naturabläufen aufgekündigt hat und sie der mechanischen Perfektion des Messgerätes Uhr ankoppelte, beschleunigen wir. Dies führte schließlich in eine Gesellschaft, in der völlig losgelöst von qualitativen Kriterien immer mehr Tempo – und das in allen Lebensbereichen – gefordert und gefördert wird. Tempo ist das Argument, das alle anderen Argumente entwertet. Es gibt kein Maß mehr fürs „genug“.
Das Wohlergehen einer Gesellschaft, deren soziale Systeme und der Individuen ist jedoch notwendigerweise darauf angewiesen, dass die Bedürfnisse maßvoll / angemessen sind. Das aber scheitert dann und dort, wo Zeit und Zeitverwendung an das maßlose Kriterium Geld gekoppelt wird.
Wir müssen uns um das Wesen, die Qualität unserer Zeitkultur kümmern, müssen Zeitwohlstand als Kriterium unserer Wohlstandsdefinition einbeziehen. Wir benötigen eine zeitpolitische Strategie für eine Ökologie der Zeit. Denn nicht wir haben die Zeit, die Zeit hat uns.

Karlheinz Geißler – witness to history, author, paterfamilias and fancier of red wine

I watch time going by and wonder about it, I develop theories and explanations and then write them down so others can read them, discuss and enhance them.
We live too fast.
Since the time that mankind denounced the link between time and the movement of heavenly bodies and natural processes and linked it to the mechanical perfection of the measuring tool “clocks”, we have been accelerating. This has ultimately led to a society where, completely detached from qualitative criteria, more and more speed is promoted and encouraged – in every area of life. Tempo is the criterion that debases all other criteria. There is no measure any longer for ‘enough’. However, the welfare of a society, its social systems and its individuals is necessarily dependent on the needs being measured / appropriate. That fails, however, whenever time and wasting time are linked to the immoderate criterion of money.
We must take care of the nature and quality of our time culture; we need to include prosperity of time as a criterion when defining prosperity. We need a time-political strategy for an ecology of time. Because it’s not us that we have time – time has us.

Andree Böhling – Umweltschützer

Ich möchte mit der Durchführung von politischen Kampagnen bei Greenpeace Menschen auf eine verfehlte Energiepolitik aufmerksam machen und
für die Nutzung erneuerbarer Energien begeistern.
Das maßlose Wachstum und unsere zerstörerische Wirtschaftsweise gefährden das Leben von Mensch und Umwelt. Mit dem durch uns Menschen verursachten Klimawandel beschleunigt sich die Bedrohung und wird zur drängendsten Überlebensfrage für die Menschheit. Die Klimazerstörung wird durch das Verfeuern von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas verursacht aber auch durch die Rodung von Urwäldern und unserem maßlosen Konsum von z.B. Fleisch.
Wir Menschen können die allerschlimmsten Folgen einer Klimakatastrophe noch abwenden, wenn wir unsere Wirtschaftsweise in der Hinsicht revolutionieren, dass wir auf die Nutzung von fossilen Energieträgern weitgehend verzichten und die Rodung weiterer Urwälder stoppen. Wir müssen also dafür sorgen, dass keine weiteren Kohlekraftwerke mehr gebaut werden und wir unsere Energieversorgung konsequent auf erneuerbare Energien umstellen. Bis spätestens 2050 kann unsere Energieversorgung komplett auf erneuerbaren Energien basieren. Jeder Einzelne von uns kann hierfür einen Beitrag leisten, indem er Ökostrom bezieht, sich politisch für erneuerbare Energien engagiert oder selbst in diese investiert. Auch im Alltag können wir jeden Tag einen neuen Schritt dafür tun, damit die Erde lebenswert bleibt: bewusster und umweltgerechter leben und andere Menschen für die „Weltrettung“ gewinnen! Gemeinsam macht politische und gesellschaftliche Veränderung richtig Spaß!

Andree Böhling - Environmental activist

By carrying out political campaigns at Greenpeace, my aim is to call people’s attention to a misguided energy policy
and get them enthusiastic about using renewable energy.
The exorbitant growth and the destructive way the economy functions endanger the life of mankind and the environment. The climate change caused by us humans accelerates this threat and becomes the most urgent question of survival for all mankind. The destruction of the environment is caused by emissions of fossil fuel like coal, oil and natural gas, as well as deforestation and our exorbitant consumption of meat.
We humans are still able to avert the worst consequences of climate disaster by revolutionizing the way the economy functions, by reducing the usage of fossil fuels to a minimum and stopping deforestation of further rainforests. We have to stop building coal-fired power plants and consistently change to renewable energy. By 2050 our energy supply could be based entirely on renewable energy. Every one of us can do his or her bit, like hooking up to green electricity, getting involved with renewable energy or investing one’s money into it. Even in our daily lives we can take a new step every day to ensure life on earth remains worth living: to live in a more conscious and environmentally friendly way and to win others over to “save the world”! Together, political and social change can be really fun!

Michael Suda – Forscher und Lehrer, Ehemann und Vater, Humortrainer und Läufer

Ich leite eine Kreativwerkstatt mit Namen „Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der TUM“. Mit Abstraktion und Humor begeistere ich Studierende und Mitarbeiter für Fragen des Umwelt- und Naturschutzes. Ungewöhnliche Lern- und Forschungsmethoden werben um das knappste Gut „die Aufmerksamkeit“ der Menschen.
Simplifizierung
In einer immer komplexer erscheinenden Welt wird die Kommunikation über diese immer simpler, um im Strom der Informationen und Gedanken anknüpfungsfähig zu sein.
• Wissenschaft, Wahrnehmung
• Komplexe Beschreibung, Problem (Phänomen)
• Simplifizierung, Nadelöhr der öffentlichen Kommunikation
• Politik Zyklus, Medien Zyklus
• Programm Instrumente, Symptom
Politik und Medien sind nicht in der Lage, die komplexe Problembeschreibung der Wissenschaft zu verarbeiten. Die zwangsläufige Simplifizierung führt jedoch dazu, dass die eingesetzten Instrumente eher am Symptom und weniger am Kern des Problems ansetzen.
Diese Paradoxie lässt sich nicht auflösen, die Kluft jedoch verringern. Im Strudel der Massenkommunikation ist eine differenzierte Offenlegung von „Wissen, Thesen, Meinungen und Schlussfolgerungen“ durch die Wissenschaft selbst unverzichtbar. Grenzorganisationen, die zwischen den Systemen Wissenschaft, Medien und Politik Transferleistungen „ohne“ Simplifizierung ermöglichen, werden den Kommunikationsprozess unterstützen.
Langfristig wird jedoch das Bildungssystem vom trockenen Faktenvermittler in der Wüste zum Erreger vernetzten Denkens auf dem Gipfel mutieren müssen. Das ist mein Auftrag, an dem ich mich täglich messe, oft scheitere, doch auch manchmal in der Lage bin, der Simplifizierung ein Bein zu stellen.

Michael Suda – Researcher and teacher, husband and father, humour coach and runner

I am leading a creativity workshop called the Institute of Forest and Environmental Policy at the Technical University Munich. With abstraction and humour I inspire students and staff members about issues relating to the protection of the environment and nature. Unconventional methods for learning and research are soliciting the scarcest of goods: people’s “attention”.
Simplification
The more the world grows in complexity, the simpler the communication about it becomes in order to maintain the ability to connect to its
streams of information and thoughts.
• Science, perception
• Complex description, problem (phenomenon)
• Simplification, the bottleneck of public communication
• Politics cycle, media cycle
• Program instruments, symptom
Politics and media cannot handle the complex statements of problems emerging from the sciences. But the inevitable simplifications thus lead to the implementation of measures that mainly cure symptoms, rarely the causes of problems.
This paradox cannot be resolved, but the abyss can be made smaller. In the maelstrom of mass communication it is essential that science disclose its differentiated “knowledge, assumptions, opinions, and conclusions”. Border organizations that facilitate the transfer between the systems of science, media, and politics “without” simplification support the communication process.
In the long term, however, the educational system will have to mutate from a dull mediator of facts in the desert to a stimulator of networked thinking at the summit. This is my mission, and I measure myself against it every day. I fail often, but sometimes I succeed in tripping up simplification.

Lena Strehlow – Politikwissenschaftlerin

Ich arbeite über europäische Umweltpolitik, um ihre Funktionsweisen zu erhellen und damit zu einer besseren Problemlösungsfähigkeit beizutragen.
Essen, kleiden, wohnen, transportieren, entsorgen, ... – für all unsere Aktivitäten benötigen wir Land: Weiden für Milchkühe, Ozeane für den Fischfang, Baumwollplantagen für Kleidung, Mülldeponien usw. Alle diese Flächen zusammen ergeben unseren ökologischen Fußabdruck:
Nahrungsmittelproduktion, Mobilität, Produktion von Gütern und Dienstleistungen, Wohnen und Infrastruktur, Entsorgung von Abfällen und Senken für Schadstoffe Das wirtschaftliche Wachstumsparadigma gibt das Ziel vor, diese Aktivitäten bzw. ihren monetären Gegenwert stetig auszuweiten – und damit auch den
Rohstoff- und Flächenverbrauch.
Bei der heutigen Weltbevölkerung stehen auf dem Globus pro Person 1,6 Hektar zur Verfügung. Jeder Mensch verbraucht derzeit aber durchschnittlich 2,3 Hektar. Flächen werden übernutzt, Rohstoffe unwiederbringlich ausgebeutet. Auf Dauer ist dieser Entwicklungspfad darum nicht haltbar. Stattdessen müssen wir das Wirtschaftswachstum weitgehend vom Flächenverbrauch entkoppeln. Und neue Leitbilder für Entwicklung schaffen, die eher auf Wohlfahrt und Lebensqualität zielen.
Individuell bedeutet das: ressourcenschonend und weniger konsumieren.
Wenig Fleisch und tierische Produkte essen, möglichst lokal und saisonal. Möglichst nie fliegen und wenig Auto fahren. Energiesparend, kompakt und verkehrsgünstig wohnen. Ressourcenintensive Güter und Dienstleistungen meiden, haltbare Produkte wählen, teilen und weitergeben. Abfälle und Schadstoffe vermeiden, natur- und Umweltschutzprojekte unterstützen.
Das klingt erstmal nach Verzicht. Aber mal ehrlich: Werden wir auf dem Sterbebett wirklich bedauern, nicht zum Weihnachtsshopping nach New York geflogen zu sein? Kein zweites Badezimmer besessen zu haben?
Würden wir nicht viel mehr bereuen, unsere Kinder ständig mit dem Auto von einem Termin zum nächsten kutschiert zu haben, anstatt gemeinsam eine Radtour zu unternehmen? Oder mit Blick auf die nächste, teure Fernreise dauernd Überstunden gemacht zu haben, anstatt endlich mal diesen Meditationsabend zu besuchen? Denn das ist die gute Nachricht: Unserem Leben einen Sinn zu geben, funktioniert so gut wie ohne Flächenverbrauch.

Lena Strehlow - Political Scientist

I work on European ecological politics in order to show how it works and thus contribute to a better capability to solve problems.
Eating, dressing, transporting, disposing, ... – ffor all our activities we need land: pastures for dairy cows, oceans for fishing, cotton plantations for clothing, landfills, etc. All these areas taken together make up our ecological footprint:
Food production, mobility, the production of goods and services, living areas and infrastructure, waste management and drains for pollutants. The economical paradigm of growth has as its aim continuously extending these activities or their monetary equivalent – and with it also the consumption of raw materials and land.
Given today’s world population, there are 1.6 hectares at the disposal of each person on the globe. Each of us, however, currently takes up on average 2.3 hectares. Land gets overused, raw materials irretrievably exploited. In the long run, this path of development cannot be sustained. Instead, we have to extensively decouple economic growth from the consumption of land. And create new models for development aiming instead of welfare and quality of life.
Individually spoken this means: consuming less resources more gently.
Eating less meat and animal products, preferably locally and seasonally. If possible, never flying, and driving one’s car less. Living in an energy-saving, compact and conveniently located way. Avoiding goods and services that are intensive on resources, choosing nonperishable products, sharing and passing on. Avoiding waste and harmful substances, supporting nature and environment conservancy projects.
That may sound like giving things up. But seriously: on our deathbed, will we really regret not having flown to New York for Christmas shopping? Not having owned a second bathroom?
Wouldn’t we regret instead constantly having driven our kids from one appointment to the next rather than taking a bicycle tour together? Or, with the next expensive long-haul journey in mind, working overtime constantly instead of finally attending a meditation evening? Because this is the good news: giving purpose to our life basically works without land consumption.

Angelika Dummermuth – Wissenschaftsmanagerin

Ich unterstütze die Leitung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, die Wissenschaft an unserer Forschungseinrichtung zu „managen“ und damit Beiträge zur Erdsystem- und Klimaforschung zu leisten.
Für mich ist das drängendste Problem unserer Zeit das rasante Wachstum der Weltbevölkerung. Heute bevölkern über 6,5 Milliarden Menschen die Erde. Nach Prognosen, die von einer mittleren Wachstumsrate ausgehen, wird die Bevölkerung im Jahr 2050 rund neun Milliarden Menschen betragen. All diese Menschen mit Nahrung und Energie, bei schwindenden globalen Ressourcen zu versorgen, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Es besteht kein Zweifel an der Endlichkeit vieler Ressourcen, die für die bestehenden Gesellschaftsformen unverzichtbar sind.
Wenn die Menschheit das Problem nicht selbst löst, wird aus evolutionärer Sicht die Erde selbst einen Weg finden. Diese Zeiträume reichen jedoch weit über unseren Aktionshorizont hinaus. Als Mutter zweier Kinder sehe ich meine Aufgabe darin, ihnen mit auf den Weg zu geben, dass die Erde schützenswert ist, wir mit unserem Wirken und Tun verantwortungsvoll und nachhaltig mit der Natur und ihren Ressourcen umgehen müssen. Verantwortung für den Planeten Erde und ihre Bewohner. Dafür sind Wissen und Bildung, wissenschaftliche Erkenntnis und Wissenstransfer in die Gesellschaft unabdingbar.

Angelika Dummermuth – manager of sciences

I support the management of the Alfred-Wegener-Institute for Polar and Oceanographic Research, “manage” the science at our research center and thus contribute to earth system and climate research.
For me the most urgent problem of our times is the rapid growth of the world’s population. Today there are more than 6.5 billion people on earth. Predicting an average growth rate, the population will be around 9 billion people in the year 2050. To provide food and energy for everyone with dwindling global resources is one of the biggest challenges of our time. There is no doubt about the finite nature of many resources essential for today’s society.
If mankind will not solve this problem itself, from an evolutionary perspective the earth will find its own way. But this period of time is far longer than our own time on earth. As the mother of two children, I see my task in teaching them that the earth is deserving of protection and that we need to treat nature and its resources with responsibility and sustainability.
Responsibility for planet earth and its people. To this end, knowledge and education, scientific insights and the transfer of knowledge to society are vital.

Tilmann Santarius – Nachhaltigkeitsaktivist und -autor, passionierter Vater

Ich engagiere mich für Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit, um auf unserer Erde Gastlichkeit für alle Menschen, Völker, Nationen herzustellen und unsere Lebensgrundlagen auch für meine Kinder zu bewahren.
Das drängendste Problem unserer Zeit ist unser Streben nach materiellem Wohlstand und stetem Wachstum. Das führt dazu, dass wir die Tragfähigkeit unserer Biosphäre bereits überschritten haben, sozusagen auf „Pump“ leben und prekären Bevölkerungsgruppen, vor allem in den Ländern des globalen Südens, die Existenzgrundlagen streitig machen.
Wie kann dieses Problem gelöst werden?
Wir müssen die Vision, die „große Erzählung“ der Industriezivilisation hinter uns lassen, dass Zufriedenheit und Sicherheit für alle Menschen in erster Linie durch Wachstum und Wohlstand erzielt werden können. Im Gegenteil, brauchen wir globale Ressourcengerechtigkeit.
Ein Konzept dafür lautet „Suffizienz – Effizienz – Konsistenz“: unsere Wirtschaftsweise muss naturverträglich und erneuerbar werden – wir müssen sparsam mit den Schätzen der Erde umgehen – jeder Einzelne muss sich fragen, wie viel Wohlstand für Zufriedenheit nötig ist und wie viel den Mitmenschen und anderen Lebewesen auf dem Planeten gebührt.
Eine Handlungsanleitung dafür lautet „Hinsehen – Analysieren – Einmischen“: nicht die Augen verschließen vor den bestehenden Ungerechtigkeiten im Sumpf der Übersättigung – keinen Vorurteilen und vorschnellen Lösungen aufsitzen, die anderswo neue Probleme schaffen – den Hintern hochkriegen und aktiv werden!
Das persönliche Motiv muss lauten „Authentizität“: nur wenn wir das Konzept und die Handlungsanleitung auch in unserer eigenen Lebenswelt mit Freunden und mit Freude umsetzen, kann Nachhaltigkeit und Ressourcengerechtigkeit gelingen. Jährlich mehrmals um die Welt zu jetten, auch wenn es für die „gute Sache“ ist, kann kein verallgemeinerbares Modell sein ...

Tilmann Santarius - activist and author for sustainability, passionate father

I am committed to fairness and sustainability to establish conviviality for all human beings, peoples and nations on our planet and to save
our livelihood, also for my children.
The most urgent problem of our times is our striving for material wealth and continuous growth. This means that we have already exceeded the capacity of our biosphere, living on credit, so to say, and are disputing with precarious population groups, especially in the countries of the global south, about the basis for life.
How can this problem be solved?
We have to leave behind the vision, the “fairy tale” of industrial civilisation that satisfaction and security for everyone are primarily achieved through growth and wealth. Quite the opposite: we need global fairness of resources.
One concept for that is “sufficiency – efficiency – consistency”: our subsistence strategy must become ecologically compatible and regenerative – we have to handle the treasures of our planet carefully – every individual has to ask himself how much prosperity is needed for satisfaction and how much is due to one’s fellow man and other creatures on this planet.
One instruction is “pay attention – analyze – get involved”: do not close your eyes when confronted with existing unfairness in the bog of oversaturation – do not be taken in by prejudices and half-cocked solutions that cause new problems somewhere else – get off your backside and get active!
The personal motivation has to be “authenticity”: sustainability and fairness of resources can only be achieved when we implement the concept and the instruction in our own living environment with friends and joyfully. Flying around the world several times a year – even it’s for a “good cause” – cannot be a universally applicable model ...

Martin Heisenberg – Biologe

Ich untersuche an einer kleinen Fliege (Drosophila), wie ihr Gehirn ihr Verhalten steuert.
Die Artenvielfalt, der Reichtum der Lebenswelt schwindet. Wo sind Erschrecken und Trauer? Der unwiederbringliche Verlust wird kaum bemerkt. Wir Menschen sind mit uns selbst beschäftigt. Ehrfurcht vor der Schöpfung ist zur Furcht vor Naturkatastrophen verkümmert. Unsere geistigen Fähigkeiten haben uns partielle Einsicht in den Schöpfungsprozess und damit überwältigende Dominanz unter den Lebewesen verschafft. Darüber vergessen wir, dass wir integraler Teil der Lebenswelt sind. Erinnern wir uns daran, dass die Schöpfung zwar vielleicht zum Teil unter unserer Regie läuft, aber nicht unser Werk ist. Je mehr wir uns aus dem großen Lebenszusammenhang ausklinken, desto eher wird die Schöpfung sich unserer entledigen.
Wir brauchen:
• Eine UN-Deklaration für das Daseinsrecht aller Lebewesen
• Größere Schutzgebiete ohne Einfluss des Menschen
• Mehr Verständnis für die Stabilität von Ökosystemen
• Weniger Lieblosigkeit gegen Menschen und anderen Lebewesen

Martin Heisenberg – biologist

I am analyzing a little fruit fly (drosophila) to understand how its brain controls its behaviour.
The diversity of species, the richness of living environments is decreasing. Where are fright and grief? The irretrievable loss goes almost unnoticed. We humans are busy with ourselves. Reverence for creation has atrophied to fear of natural disasters. Our intellectual abilities have provided us with partial insights into the process of creation and have given us overwhelming domination over creatures. Beyond that we forget that we are an integral part of this environment. Let’s bear in mind that though the creation may be directed by us in part, it is not our work. The more we disengage ourselves from the larger context of life, the sooner creation will get rid of us.
We need:
• A UN declaration for the existence of all creatures.
• Larger sanctuaries without human influence.
• More appreciation of stability of eco-systems.
• Less unkindness towards humans and other living creatures.

Nils Krause – Rechtsanwalt

Ich arbeite als Rechtsanwalt, um mit einer spannenden Tätigkeit auch Sinnhaftes zu fördern und interessante Projekte beratend zu unterstützen.
Das drängendste Problem unserer Zeit ist die ökonomische Degradierung des Menschen zum Objekt und die totale Verwertbarkeit als gesellschaftlicher Maßstab.
Die Bedeutung der gesellschaftlichen Stellung wird gemessen an Einkommen und Macht. Gefördert wird im Wissenschaftbetrieb, was der Verwertbarkeit dient. Als Beruf wird ergriffen, was Geld und soziales Ansehen bringt. Damit wird der gesamte Lebensprozess einer ergebnisorientierten Betrachtung unterworfen um den Preis, nicht offensichtlich verwertbare Wissenschaften, Berufe und Meinungen zu negieren.
Immer früher wird erwartet, sein Leben durchzuorganisieren und vermeintlich karrierefördernde Maßnahmen zu ergreifen. Mit dieser Denkschablone werden auch die Weltprobleme durchdacht.
Das Problem kann nur gelöst werden, indem man nicht aufhört, Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, sowie sich und anderen Entwicklungsfreiräume lässt. Nicht der 24jährige Eliteabsolvent ist der Hoffnungsträger der Gesellschaft, sondern Lebenserfahrung und die Fähigkeit zu unbequemen Gedanken bereichern unsere Gesellschaft. Jeder einzelne kann seine Mitmenschen und sich jeden Tag kritisch hinterfragen, kann Position beziehen, wo Unrecht herrscht, und Ideen verfolgen, die nicht unmittelbar monetär messbar sind. Eine lebendige Gesellschaft, in der menschliches Leid minimiert wird, braucht Menschen mit kritischen Gedanken und der Bereitschaft, sich mit den Herausforderungen der Weltproblematik auseinanderzusetzen.

Nils Krause – Lawyer

I am working as a lawyer to be able to support meaningful things and coach interesting projects.
The most urgent problem of our times is the economic degradation of man to an object and our society’s criterion of absolute exploitability.
The significance of one’s social status is measured by income and power. Research projects get funded if their results can be utilized. Careers are chosen in terms of what brings money and prestige. In this way, the entire process of living is viewed from a results-oriented point of view, at the cost of negating sciences, professions, and opinions that are not obviously exploitable.
One is expected to organize one’s life as early as possible, taking steps intended to advance one’s career. This stereotype thinking is also applied
to the problems in our world.
This problem can only be solved by not ceasing to question developments and leaving others room for personal development. It’s not the 24-year-old elite graduate who is the hope of our society, but rather experiences and the ability to think uncomfortable thoughts enrich our society. Each and every one of us can challenge his fellow man and himself every day, can express his or her opinion where there is injustice, can pursue ideas that cannot be measured monetarily. A vital society in which suffering will be minimized needs people with critical thoughts and the willingness to confront the challenges of these problems in our world.

Jana Stöver – Volkswirtin

Ich forsche zu Möglichkeiten, den Wert der Natur in ökonomischen Kennzahlen sichtbar zu machen, um sie ins Blickfeld von politischen Entscheidungen zu rücken.
Das größte Problem der Menschheit sind meiner Meinung nach die vielfältigen unbeabsichtigten Auswirkungen menschlichen Handelns auf unsere natürliche Umwelt. Hierbei ist insbesondere der hohe Verbrauch vieler natürlicher Ressourcen problematisch, da sie letztlich die Grundlage allen menschlichen Lebens bilden. Die ungebremst schnelle Abnahme der Biodiversität, also der Vielfalt in der lebendigen Welt, halte ich für das drängendste Problem unserer Zeit.
Ziel:
Biodiversität muss einen Wert bekommen und in alle Entscheidungen auf Mikro- und Makroebene einbezogen werden.
Problematik:
Die große Anzahl kleiner Eingriffe hat erst in der Summe (1) und oft erst mit zeitlicher Verzögerung (2) signifikant negative Auswirkungen auf die Biodiversität und ist dann häufig nicht mehr rückgängig zu machen (3).
Lösungswege:
(A) Sichtbarmachen, einbeziehen der Auswirkungen auf Biodiversität in alle Aktivitäten, die einen Eingriff in die Natur beinhalten
(B) Bereitschaft zur Kompensation z.B. für „ecosystem services“
(C) Vorsichtsprinzip anwenden
(D) Regulierungen schaffen, die oben genanntes durchsetzen
Umsetzung:
(1) Methodisch: Wert ermitteln (z.B. TEEB)
(2) Politische Herausforderung: System schaffen, in dem dieser Wert überall in Entscheidungen einfließt.
Dieses System / Regelwerk wird nur entstehen, wenn Druck auf die Politik ausgeübt wird, sich damit zu befassen. Die Problematik muss eine viel grössere Prominenz bekommen, um in jede Politikentscheidung einbezogen zu werden. Da die Herausforderung global ist, muss auch ihre Lösung auf globaler Ebene erfolgen. Der Einzelne muss um das Problem und die Größenordnung seiner Auswirkungen erst einmal wissen. Es soll ein Problem sein, dessen Lösung vom Einzelnen von der Politik eingefordert werden können muss.

Jana Stöver – Economist

I am exploring opportunities to visualize the value of nature in economic figures to bring it onto the horizon in political decisions.
The biggest problem of mankind in my view is the many unintended consequences of human activity on our natural environment. The high consumption of various natural resources is particularly problematic, as they ultimately form the basis of human life. The continued rapid reduction in biodiversity (that is, in the variety of the living world) – that’s what I consider the most urgent problem of our time.
Objective:
Biodiversity must receive a value and be included in all decisions on the micro-level and on the macro-level.
Problem:
The large number of small interventions produces a significant negative impact on biodiversity only when taken together (1) and often only with a time delay (2), and by then it is often no longer reversible (3).
Approach:
(A) Visualizing, integrating the effects on biodiversity in all activities that include intervention in nature.
(B) Willingness to compensate, e.g. for “ecosystem services”
(C) Applying the principle of prudence
(D) Creating controls that enforce the above points
Implementation:
(1) In terms of method: determine value (e.g. TEEB)
(2) Political challenge: create a system that incorporates this value in all its decisions.
This system of rules will only arise if politics is pressed to pay more attention to it. This issue must increase in prominence, and must be included in all political decisions. Since the challenge is global, its solution must also be on a global scale. Initially, individuals need to know about the problem and the dimensions of its ramifications. It should be a problem which each individual person demands that politics solves.

Angefragte Personen

List of requested people
Christoph Bals, Christian Berg, Dieter Birnbacher, Andree Böhling, Gernot Böhme, Fabian Brandt, Michael Braungart, Jan Burck, Heinz Bude, Giovanni di Lorenzo, Angelika Dummermuth, Hans-Peter Dürr, Ottmar Georg Edenhofer, Carolin Emcke, Hans Magnus Enzensberger, Erhard Eppler, Frithjof Finkbeiner, Gabriele Fischer, Michael Flitner, Johannes Friedrich, Karlheinz Geißler, Rüdiger Glaser, Pater Anselm Grün, Gerd Habermann, Jürgen Habermas, Klaus Hahlbrock, Martin Heisenberg, Malte Herwig, Claus Hipp, Axel Honneth, Carlo Jaeger, Josef Joffe, Margot Käßmann, Martin Kleene, Nils Krause, Udo Kuckartz, Claudia Langer, Mojib Latif, Claus Leggewie, Harald Lesch, Karin Lochte, Martha Lux-Steiner, Florian Mayer, Meinhard Miegel, Klaus Milke, Michael Naumann, Karsten Neuhoff, Julian Nida-Rümelin, Joachim Nitsch, Jürgen Osterhammel, Ömer Özsoy, Stefan Rahmstorf, Jan Philipp Reemtsma, Alfred Ritter, Carsten Rübsaamen, Wolfgang Sachs, Hanna Sammüller, Tilman Santarius, Hermann Scheer, Hans Joachim Schellnhuber, Helmut Schmidt, Matthias Schuler, Karl Ludwig Schweisfurth, Rafael Seligmann, Peter Sloterdijk, Karsten Smid, Werner Sobek, Matti Spiecker, Jana Stöver, Lena Strehlow, Michael Suda, Rita Süssmuth, Yehuda Teichtal, Georg Teutsch, Jürgen Gerhard Todenhöfer, Jakob von Uexküll, Hans Verolme, Hans von Storch, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Martin Voss, Günter Wallraff, Harald Welzer, Götz Werner, Klaus Wiegandt, Michael Windfuhr, Georg Winter, Gregor Wöltje.



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